Einsatznummer: 20/26
Datum: 29.06.2026
Alarmzeit: 18:15 Uhr
Einsatzende: 23:00 Uhr
Einsatzart: TH 1 - Kleineinsatz
Einsatzort: Gemeindegebiet
Einsatzfahrzeuge: LF 20 KatS, Dekon-P, Feuerwehr Sontheim
Nachdem der Kommandant der Feuerwehr gemeinsam mit dem Bauhof bereits zur Mittagszeit erste Kontrollen durchgeführt hatte, erkundete die Feuerwehr im weiteren Verlauf das gesamte Gemeindegebiet und überprüfte sämtliche Eichen auf einen möglichen Befall durch den Eichenprozessionsspinner. Dabei wurde an insgesamt acht Bäumen ein Befall festgestellt.
Die betroffenen Bereiche wurden daraufhin durch die Feuerwehr weiträumig abgesperrt, um eine Gefährdung für die Bevölkerung zu vermeiden. Im Auftrag der Gemeinde begann anschließend die Beseitigung der Nester. Hierbei werden die Gespinste und Raupen in der Regel unter geeigneten Schutzmaßnahmen abgesaugt und fachgerecht entsorgt, um eine weitere Verbreitung der gefährlichen Brennhaare zu verhindern. Die Feuerwehr Sontheim unterstützte die Maßnahmen mit einer fachlichen Einweisung und stellte zudem das benötigte Arbeitsmaterial zur Verfügung.
Der Eichenprozessionsspinner ist ein Nachtfalter, dessen Raupen bevorzugt Eichen befallen. Ihren Namen verdanken die Tiere ihrem typischen Verhalten, sich in langen Reihen – ähnlich einer Prozession – auf Nahrungssuche zu bewegen. Die Raupen treten vor allem zwischen Mai und Juli auf und bilden an Stämmen sowie in Astgabeln große Gespinstnester.
Eine besondere Gefahr geht von den Brennhaaren der Raupen aus. Diese entwickeln sich ab dem dritten Larvenstadium und enthalten das Nesselgift Thaumetopoein. Die feinen Haare brechen leicht ab und können durch den Wind über mehrere hundert Meter verbreitet werden. Selbst verlassene Nester oder Bereiche, in denen sich die Raupen zuvor aufgehalten haben, können deshalb noch über längere Zeit eine Gesundheitsgefahr darstellen.
Beim Kontakt mit den Brennhaaren können Hautreizungen mit starkem Juckreiz, Rötungen und Quaddelbildung auftreten. Gelangen die Haare in die Augen, kann dies zu schmerzhaften Entzündungen führen. Werden die Haare eingeatmet, sind Reizungen der Atemwege, Husten, Atembeschwerden und in seltenen Fällen auch schwere allergische Reaktionen möglich. Besonders gefährdet sind Kinder, Spaziergänger, Radfahrer sowie Personen, die beruflich im Freien arbeiten.
Die Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners erfolgt ausschließlich unter geeigneten Schutzmaßnahmen. Die Einsatzkräfte tragen dabei spezielle Schutzanzüge sowie Atemschutz, um einen Kontakt mit den Brennhaaren zu verhindern. Die Raupen und ihre Nester werden in der Regel mit speziellen Industriesaugern abgesaugt und anschließend fachgerecht entsorgt. Ein einfaches Entfernen oder Abbrennen der Nester ist ungeeignet, da hierbei die Brennhaare zusätzlich aufgewirbelt und großflächig verteilt werden können. Da die Brennhaare über Monate bis teilweise sogar Jahre ihre Wirkung behalten können, ist eine gründliche Reinigung der betroffenen Bereiche nach der Beseitigung besonders wichtig. Aus diesem Grund sollten Absperrungen an befallenen Stellen unbedingt beachtet und betroffene Bereiche bis zur vollständigen Freigabe gemieden werden.